Französische Bulldogge – Vorgeschichte als Kampfhund

Die französische Bulldogge stammt von der englischen Bulldogge alten Typs ab. Zu deren Vorfahren gehört wohl der Mastiff – und zu dessen Vorfahren der Molosser, eine Rasse, die bereits in der antiken Welt bekannt war.

Die englische Bulldogge wurde für Kämpfe gegen Bullen gezüchtet. Aus diesem Grund sitzt in den Köpfen der Menschen immer noch der Gedanke fest, dass die französische Bulldogge ein Kampfhund sei. Und oft hat man ja ein entsprechendes Bild im Kopf, wenn man Bulldogge hört: Kurzbeinige, dicke bis sehr kräftige Hunde mit ziemlich zerknautschen Gesichtern, die aggressiv und höchst angriffslustig bestenfalls an einer kurzen Lederleine ziehen und um den Hals ein Nietenhalsband tragen. Damit hat die französische Bulldogge von heute nichts aber auch wirklich nichts zu tun.

Nach dem im Jahre 1802 zunächst die Bullenhatz, dem Kampf zwischen Stier und Bulldogge, und dann später auch die Hundekämpfe verboten worden waren (Blutsportarten wurden in England ab 1835 verboten, Bulldoggen damit arbeitslos), legte man bei der weiteren Zucht wohl dann doch verstärkten Wert auf kleinere und vor allem auch friedlichere Tiere. Ziel der Zucht war nun der Toy-Bulldog, der dann auch im Ausland Anhänger fand, besonders in Belgien und Frankreich. In Belgien als auch Frankreich wusste man diese Hunderasse auch als ideale Jagdbegleiter zu schätzen. Hier ging man wohl dazu über, die Englische Bulldogge mit Terriern zu kreuzen und die Tiere als Meutehunde zu führen. Die Hunde waren damals um die 20 Pfund schwer und waren meist gestromt.

Kleine Bulldoggen werden gezüchtet

Aber auch in England ging die Geschichte der Bulldogge weiter. In East London und in Nottingham waren es die Weber und Spitzenklöppler, bei denen die Zucht der kleinen Bulldoggen weiter ging. Und im Jahre 1836 wurde die Bulldogge dann erstmals auf einer Hundeausstellung vorgestellt. Nach Frankreich kam die Bulldogge dann um die Jahrhundertwende. In der Normandie entstanden große Spitzenfabriken. Dorthin wanderten englische Spitzenklöppler vor allem aus Nottingham aus. Sie ließen sich in der Gegend von Calais nieder und brachten aus ihrer Heimat die Bulldogge mit nach Frankreich. Damals soll die kleine Bulldogge um die zehn Kilometer gewogen haben.

Bulldoggen in Frankreich

In Frankreich setzten die englischen Handwerker die Zucht fort. Welche andere Hunderassen eingezüchtet wurden und so der heutigen französischen Bulldogge ihr Aussehen verliehen lässt sich nicht mehr feststellen, denn die damalige Zucht war ungeregelt. In dem Buch Die französische Bulldogge von 1937 werden Einkreuzungen von Terriern und Möpsen erwähnt. Die kurze gedrehte Rute sowie die vorstehenden Augen stammen vermutlich vom Mops. Es steht fest, dass Stehohren erst in Frankreich zum Rassemerkmal gezüchtet wurden.

Um 1900 kam die Hunderasse nach England zurück. Die aufrechtstehenden Fledermausohren sorgten dann zunächst für Spot. Da es noch keinen separaten Standard für die neue Bulldogge aus Frankreich gab, wurde die neue Rasse auf Ausstellungen wie die Englische Bulldogge gerichtet.

Der Bully erobert auch die USA

Um 1880 wurde dann der erste Verein für die Zucht gegründet. Damals hieß die Franz. Bulldogge auch noch Terrier-Boules. Es folgte 1885 die Eröffnung des ersten Zuchtbuchs und 1888 wurde der erste Standard festgelegt. Zu diesem Zeitpunkt war die Ohrenform nicht ganz einheitlich.

Ebenfalls im Jahr 1888 schaffte der Bully den Sprung über den Atlantik in die USA. Schnell wurde der Hund auch dort beliebt. Es dauerte nur bis 1896 bis in New York der erste entsprechende Hunde-Club gegründet wurde.

Und der Bully hielt Einzug in der High Society. Einflussreiche Familien hatten diese Hunderasse für sich entdeckt, darunter auch die Rockefellers und die J.P. Morgans. Gerade Hunde mit Fledermausohren wurden in der ersten Zeit sehr hoch gehandelt; nach der Jahrhundertwende wurden für solche Exemplare bis zu 5000 US-Dollar bezahlt. Bald darauf flachte der Boom allerdings wieder ab. Aber im Jahr 1906 war die Französische Bulldogge die fünft beliebteste Hunderasse in Amerika. Ende des 20. Jahrhunderts dümpelte der Bully in den USA dann um Platz 50 herum. Es folgte ein Aufstieg. 2013 lag die Französische Bulldogge dann bereits auf Platz elf, 2014 war es die neuntbeliebteste Hunderasse in den Staaten.

Aber auch in Europa erlebte die kleine Bulldogge einen Aufschwung. Die Hunde waren sehr in Mode und waren zum Beispiel in Paris von Damen der Gesellschaft ebenso gesucht wie von Damen des horizontalen Gewerbes. Auch Künstler, Schriftsteller und Modedesigner entdeckten den Bully für sich.

Französische Bulldogge auf der Titanic

An Bord der Titanic gab es einige verschiedene Hunde, die meisten wurden nicht gerettet, einige starben mit ihren Herrchen und Frauchen im kalten Atlantik. Dokumentiert ist auch eine französische Bulldogge an Bord der Titanic. Und zwar der Hund Gamin de Pycombe, der dem 27jährigen Banker Robert Daniel gehörte. Dieser soll den Bully für 150 Pfund gekauft haben, das entspricht heute etwa 17.000 US-Dollar. Ein überlebender Passagier soll später erzählt haben, er habe nach dem die Titanic gesunken war, eine Französische Bulldogge im Meer schwimmen sehen.

Laut dem Buch Ich geh nicht ohne Dich. Hochzeitspaare auf der Titanic. Von Gill Paul sollen auf der Titanic zwölf Hunde gewesen sein. Drei wurden gerettet, da sie von ihren Besitzern an Bord der Rettungsboote geschmuggelt wurden. Gerettet wurden ein Pekinese und zwei Spitze.
Mehr über den Untergang der Titanic.

Stammvater Rüde Loupi

Als Stammvater des heutigen Typs der französischen Bulldogge gilt der Rüde Loupi. Der Rüde wurde 15 Jahre alt und schaffte es in seinem Leben in fast alle Stammbäume.

Französische Bulldogge – Rasse der Unterschicht

Die Franz. Bulldogge war lange Zeit eine Rasse der der Unterschicht. Erst als der englische König Eduard VII. (1841-1910, ältester Sohn Königin Victorias, König ab 1901) einen weißen Hund mit Fledermausohren, Knickrute und etwas krummen Vorderläufen kaufte, änderte sich das.

Inzwischen gehört der Bully zu den Gesellschafts- und Begleithunden. Und für einen Bully Welpen aus einer guten Zucht zahlt man im Regelfall eine vierstellige Eurosumme.

Und so ist bei der französischen Bulldogge von ihrer unrühmlichen Vergangenheit als Kampfhund nichts mehr zu spüren.

Der heutige Bully-Standard datiert von 1931/32; 1948 und 1986 wurde er überarbeitet. 1987 erfolgte die Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI). 1994 wurde der Standard durch das Comité du Club du Bouledogue Français unter Mitarbeit von R. Triquet neu angepasst.

Urvorfahren der Bulldoggen waren der Molosser

Zum Urvorfahren der Französischen Bulldogge gehört im übrigen der Molosser, eine alte griechische Rasse, die in der gesamten antiken Welt von phönizischen Händlern verbreitet wurden. Aus diesen Molossern wurde dann de Mastiff und aus diesem wurde dann der Bullenbeisser, eine Hund für die Stierhatz gezüchtet.

Blutsportarten wurden dann 1835 in England verboten, die Bulldoggen wurden arbeitslos.

Geschichte Bully
Prominente und ihr Bully
Berühmte Bulldoggen
Alte Bilder französische Bulldogge
Wie beliebt ist der Bully heute?